MORUCHA RIND
von Eloy Vaquero, Salamanca

Das kastilianische Morucha-Rind wurde dank Viehzüchter Eloy Vaquero und anderen lokalen Bauern in der Salamanca vor dem Aussterben gerettet. Über die Hornkuh-Initiative, über die Ende letzten Jahres in der Schweiz abgestimmt wurde, schmunzelt der sympathische, bodenständige Viehzüchter Eloy Vaquero nur. Für den Viehzüchter, der in vierter Generation Morucha Rinder züchtet, ist die Frage, ob Rinder Hörner tragen dürfen, schwer nachvollziehbar. „Meine Tiere“, sagt Eloy bei unserem Besuch stolz, „sind freie Lebewesen!“ Nie würde er in die Natur eines seiner Tiere eingreifen. Rund 200 Tiere leben hier, sie gelten als robust, scheu und eigenwillig. Nicht zuletzt, weil diese Tiere hier auf rund 800 Hektaren frei und in natürlicher Mutterkuhhaltung leben dürfen. Sie ernähren sich ausschliesslich von Gras, Heu und Getreide. Ihre Kälber gebären sie in der Wildnis alleine, ohne Tierärzte und Menschen. Und als wir nach rund einer halben Stunde Fahrt endlich die erste Herde entdecken, wird uns die Magie dieser nachhaltigen, authentischen Rinderzucht bewusst: Die muskulös-schlanken Tiere mit ihrem schönen silbergrauen Fell und den langen geschwungenen Hörner sehen fast wie eine Gnu-Herde aus. Stolz und archaisch schauen sie von weitem kurz in unsere Richtung. Dann stieben sie auseinander und rennen als Herde davon; verschwinden hinter einem Felsen. Es riecht nach Erde, Thymian, frischer Luft. Wir staunen beeindruckt und fragen uns einen kurzen Moment lang: Ist das hier wirklich Salamanca – oder doch die Serengeti?
Die wunderschönen Morucha Rinder in ihrer natürlichen Umgebung